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WertVerträge:
Individueller Wert der Beteiligten

Denkwerkzeuge Sinnvoll Wirtschaften

24.07.2018 · Franziska Köppe | madiko

Jeder Mensch ist wertvoll, unabhängig seiner Eigenarten und seiner schöpferischen Kraft.

Mit Arbeit unseren Lebensunterhalt zu bestreiten heißt, uns in den Dienst anderer beziehungsweise einer gemeinsamen Sache zu stellen. Es gilt also anzupreisen, willst Du überzeugen. Beim eigenen Wert geht es um uns selbst. Und da fällt die Wert-Bestimmung und Wert-Vermittlung bekanntlich am schwersten.

Setzen wir also die Wert-Ermittlung unter Wahrung der Menschenrechte in den unternehmerischen Kontext von Sinnvoll Wirtschaften, so ergibt sich der jeweilige Wert der Beteiligten aus ihrer individuellen Handlungskompetenz. Und der höchste Wert aus dem Potenzial, diese Handlungskompetenzen möglichst gesamthaft ins (gemeinsame) Vorhaben einzubringen.

WertVerträge: Individueller Wert und Handlungskompetenzen / Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften / Denkwerkzeuge. Bild: copy Franziska Köppe | madiko

WertVerträge: Individueller Wert und Handlungskompetenzen / Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften / Denkwerkzeuge
[ 2018-07 Franziska Köppe | madiko ]

Die Handlungskompetenzen des Menschen

Wenn Du souverän mit anderen Menschen umgehen möchtest – unabhängig ob im privaten oder beruflichen Umfeld, dann geht es auch immer um Deine individuellen Fähigkeiten, um Dein Selbstverständnis, Deine fachlichen, methodischen, persönlichen und sozialen Kompetenzen.

Bildung im Sinne von Humanismus und Aufklärung ist ein lebensbegleitender Entwicklungsprozess, bei dem Du Deine geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Fähigkeiten sowie personalen und sozialen Kompetenzen erweiterst.

Handlungskompetenz verstehen wir im Rahmen von Sinnvoll Wirtschaften als die Qualifikation des Einzelnen, sich in beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Situationen mündig, sachgerecht, durchdacht, sowie individuell und sozial verantwortlich zu verhalten.

Sie setzt sich aus 4 Elementen zusammen:

Persönlichkeitskompetenz

Die Persönlichkeitskompetenz drückt sich in der Fähigkeit aus, mit sich selbst konstruktiv-kritisch und reflektierend umgehen zu können. Es ist die Befähigung, eigene Stärken und Talente zu erkennen, anzunehmen und weiterzuentwickeln. Dazu gehören:

  • Weltbild und Menschenbild als Ausdruck Deiner Persönlichkeit
  • Subjektives und berufliches Selbstverständnis
  • Leistungsfähigkeit/-bereitschaft (Initiative, Motivation, Energie)
  • Reflexionsfähigkeit (Selbstbild)
  • Selbstvertrauen
  • Stabilität
  • Entscheidungsfähigkeit

Methodenkompetenz

Wie Du Dir Informationen und Erfahrungen erschließt, drückt sich aus in Deiner Methodenkompetenz. Sie betrifft Dein Können, mit Unbekanntem, Unvorhergesehenem und der Dynamik Deiner Umwelt umzugehen. Sie umfasst:

  • Deine Lernfähigkeit (Dein Umgang mit Informationen und Fachwissen: beschaffen, aufbereiten, verwerten und präsentieren von Zahlen, Daten, Fakten)
  • (Problem)Lösungsfähigkeiten (anwenden von Techniken und Vorgehensweisen zum Gestalten und erfolgreichen Durchführen der Lösungsprozesse)
  • Selbstorganisation und Selbststeuerung
  • Zeit- und Energie-Management

Fachkompetenz

Im Bereich Fachkompetenz beschäftigen wir uns mit der Frage, wie Du mit Bekanntem umgehst. Wie Du erworbene Sachkenntnis nutzt. Wie Du Wissen und Know-how (neu) verknüpfst, vertiefst, es kritisch prüfst und im Handlungszusammenhang anwendest. Fachkompetenz umfasst die Themen:

  • Erhalten und Ausbauen Deines Wissensvorrats
  • Allgemeinbildung
  • Sachverstand und Expertenwissen
  • Anwender-Know-how
  • Fertigkeiten und Meisterschaften

Sozialkompetenz

Deine zwischenmenschlichen Beziehungen werden gestärkt durch Deine soziale Kompetenz. Es sind all Deine persönlichen Fähigkeiten und Geisteshaltungen, die dazu beitragen, Deine individuellen Ziele mit den Einstellungen und Werten anderer zu verknüpfen. Sie drückt sich zudem darin aus, eigene und fremde Gefühle wahrzunehmen, zu verstehen und zu beeinflussen. Es ist die Art und Weise wie Du das Vertrauen Deiner Mitmenschen gewinnst, sie (für die gemeinsame Sache) begeisterst, Rahmenbedingungen für Motivation und Überzeugung schaffst. Sozialkompetenz umfasst die Themen:

  • emotionale Intelligenz
  • Kommunikationsverhalten (Kontakt, Rhetorik)
  • Kooperationsfähigkeit (Begeisterungsfähigkeit, Überzeugungskraft)
  • Führungsverhalten
  • Dienstleistungsorientierung
  • natürliche Autorität

Sketchnotes: Individueller Wert und Handlungskompetenzen <br>Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften / Denkwerkzeuge / WertVerträge <br>Bitte auf die Sketchnotes klicken um zu vergrößern.. Bild: cc Franziska Köppe | madiko

Sketchnotes: Individueller Wert und Handlungskompetenzen
Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften / Denkwerkzeuge / WertVerträge
Bitte auf die Sketchnotes klicken um zu vergrößern.
[ 2018-07 Franziska Köppe | madiko ]

Dein höchster Wert
im unternehmerischen Kontext

Deine Fachkompetenz ist die handwerkliche Basis. Sie versetzt Dich in die Lage, die gestellten Aufgaben auszuführen. Als Experte ist Dir klar, dass Du Deine Kompetenzen und Dein Fachwissen auf dem aktuellen Stand hältst. Du beobachtest Trends, liest Fachbücher und bildest Dich regelmäßig weiter. Ein Kunde, ein Kollege oder Geschäftspartner setzt dies voraus. Es ist Deine Eintrittskarte, um überhaupt in einem komplexen wie ungewissen Feld aktiv zu werden. Doch schon, wie viel und wie oft Du dieses Wissen im gefragten Kontext bereits anwenden konntest, öffnet Dir Gestaltungsspielraum in der Vertragsgestaltung.

Nehmen wir Deine Methodenkompetenz(en) hinzu, steigt Dein Wert: Handelt es sich beispielsweise um einen Auftrag, bei dem Du wenig Energie und Zeit investieren musst, um zu außergewöhnlichen Ergebnissen zu kommen? Das könnte Dein “Brot und Butter”-Geschäft werden. Schon weil Dir diese Tätigkeiten liegen und sie Dir leicht von der Hand gehen. Oder es ist die Art und Weise, wie Du über Probleme nachdenkst, wie Du die einzelnen Aspekte analysierst, sortierst und abwägst, die Deinen Mehrwert für den gestellten Arbeitsauftrag ausmachen. Zudem steigt Dein Wert in Aufträgen rund um Sinnvoll Wirtschaften, je höher Deine Kompetenzen zur Selbststeuerung und Deine Fähigkeit, Wissen interdisziplinär zu verknüpfen sind bzw. je größer der Methoden-Baukasten ist aus dem Du in Deiner Arbeit schöpfen kannst.


Kniff für den Meister

Entscheidend für Deinen Erfolg ist es, Dir hier nichts vorzumachen. Anstatt den eigenen Wunschvorstellungen nachzulaufen, geht es darum, die Werte zu akzeptieren, die andere in Dir sehen. Deine Stärken und Talente zu nutzen, statt Dich (ausschließlich) auf Deine Schwächen zu konzentrieren. Womit wir beim Thema Persönlichkeits- und Sozialkompetenz wären…


Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft bedeutet, Dich im unternehmerischen Kontext auch Deine Persönlichkeit und sozialen Kompetenzen einzubringen. Wenn Du Deinen Charakter, Deine Lebendigkeit, Deine Eigenarten also nicht an der Firmenpforte abgibst.

Das ist alles andere als einfach – gerade in klassisch, hierarchisch geprägten Unternehmen, wo vielmals “Ressourcen” anhand von Stellenbeschreibungen fixiert und Menschen auf Fachkompetenzen und ihre Anwesenheit im Büro reduziert werden. Doch auch dort ist es möglich. Im Kontext von Sinnvoll Wirtschaften – so wie wir es hier verstehen – ist es essenziell.

Das Menschliche drückt sich in der Chemie aus, die zwischen uns und anderen entsteht. Aus Humanität folgt eine belastbare Beziehung zu unseren Zeitgenossen. Es hat mit Deiner Haltung, Position und Einstellung zu tun (und natürlich entsprechend mit der Deines Gegenübers).

Aus meiner Überzeugung spielt bei Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft sehr stark die Grundhaltung hinein, Mitmenschen auch im unternehmerischen Kontext als Geschäftspartner auf Augenhöhe zu betrachten. Dies gilt ungeachtet dessen, ob es sich um ein Vorhaben innerhalb der Firma oder über Firmengrenzen hinaus handelt.

Du bist einzigartig
und darin konkurrenzlos

Im zermürbenden Konkurrenzkampf bleibst Du verhaftet, wenn Du Deine Menschlichkeit außer Acht lässt. Weder der allzu oft gehörte Spruch “Der Kunde / Chef / … ist König” noch die Art vor allem krank wirtschaftender Unternehmen, ihre “Angestellten” / “Untergebene” / “Lieferanten” als “Bittsteller” zu betrachten, ist für ein wertschätzendes Miteinander geeignet.

Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft sind auch kein Friede-Freude-Eierkuchen. Die Beteiligten müssen in der Sache nicht ständig alle einer Meinung sein. Wichtig ist viel mehr die Frage: Kann ich mit meinem Kollegen für die Zeit der Zusammenarbeit einen Raum schaffen, in dem wir uns offen und ehrlich begegnen können. Einen Rahmen, in dem wir frei sind, in unserem Sinn für das gemeinsame Tun sinnzukoppeln und nicht zu koppeln.

Tausche ich Leistungen (erklärungsbedürftige Produkte oder Dienstleistungen) im Sinne einer humanistischen Wirtschaft, reden wir über den Nutzen und den eigenen Anteil am Erfolg des Vorhabens. Daraus lässt sich dann auch ein wertorientierter Preis ableiten (nähere Informationen siehe Marktgerechte Honorar-Systeme und Marktgerechte Gehaltssysteme).


Kniff für den Meister

Ein Weg, Dich Deinem eigenen Wert zu nähern, wäre, Deinen Lebenslauf herzunehmen und ihn zu reflektieren. Dies birgt jedoch die Gefahr, in alte Klischees zu verfallen und die empfundenen “Lücken” im Lebenslauf auf antrainierte Weise wieder einmal neu zu kaschieren. Darum geht es hier nicht und es bringt Dich nicht weiter.

Mein Weg ist folgender und diesen lege ich auch Dir ans Herz:

  1. Greife zu Stift und Papier
    (Die Visualisierung ist sehr wichtig, um Muster zu erkennen und hilft Dir in der Analyse)
  2. Unterteile Dein Leben in Dekaden. 0 bis 9. Lebensjahr, 10. bis 19. Lebensjahr, 20. bis 29. Lebensjahr usw. Idealerweise bekommt jede Dekade ihr eigenes Blatt.
  3. Schau Dir nun die einzelnen Dekaden genauer an und beantworte je folgende Frage:
    Welche Erlebnisse und Erfahrungen gab es in diesen zehn Jahren, die mich besonders geprägt haben? Die mich zu der*dem machen, die*der ich heute bin?
  4. Für jedes dieser wichtigen Ereignisse notiere Dir wiederum die Antworten auf folgende Fragen:
    • Was habe ich fachlich dazu gelernt?
    • Welche Methode habe ich kennengelernt beziehungsweise verfeinert?
    • Was habe ich daraus an sozialen Erfahrungen mitgenommen?
    • Wie hat mich das Ereignis in meiner Persönlichkeit geprägt?

Welche Ereignisse das sein können, habe ich exemplarisch an meinen eigenen vier Lenzen im Januar 2015 veröffentlicht: 1975 – 2015: Eine runde Sache. Lass Dich inspirieren ;-)

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