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Entwicklung von Wertesystemen
(Spiral Dynamics)

Grundlagen Sinnvoll Wirtschaften: Weltbild & Menschenbild

03.01.2019 · Franziska Köppe | madiko

Wertesysteme sind komplex und unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Sie spiegeln unsere Vorlieben, Glaubenssätze und Werte wieder. Sie sind innerer Antrieb für unsere Entscheidungen und unser Handeln, denn sie beeinflussen unsere Wahrnehmung, unser Denken, Fühlen und Agieren. Wertesysteme zeigen, wie Menschen denken und warum wir tun, was wir tun.

Wertesysteme finden ihren Ausdruck in Artefakten, im Verhalten, in der Kommunikation, in Entscheidungen und so weiter. Sie sind die treibende Kraft. Was uns wichtig und wertvoll erscheit, bestimmt zu einem Großteil, was wir (Nicht)Tun und was wir im Verhalten anderer als angemessen und richtig erachten. Aus ihnen leiten wir Konzepte, Vorgehensweisen und Strukturen ab, und werden so zur wahrgenommenen und gelebten Realität. Mit unserem (reflektierten) Verhalten, das auf unserer Weltanschauung basiert, sind wir in der Lage, uns unseren Utopien/Dystopien anzunähern.

Der Mensch geht zu 99 % von sich selbst aus

Dabei unterstellen viele Menschen, dass ihre Wertesysteme allgemeingültig sind. Doch Werte bleiben dem Auge des Betrachters verborgen, zu gewissen Anteilen auch uns selbst. So kann es im Alltag durchaus dazu kommen, dass wir am “gesunden Menschenverstand” unserer Mitmenschen (ver)zweifeln. Umso wichtiger ist es, sich der eigenen Weltanschauung bewusst zu werden – und sie in Gruppen regelmäßig kritisch zu thematisieren, zu prüfen und zu hinterfragen.

Um die Meta-Ebene der Welt zu erfassen, können wir uns die Existenzebenen von Prof. Clare W. Graves zunutze machen. In den 50er Jahren entwickelte der Entwicklungspsychologe 8 Grundbausteine. Sein Ziel war, es uns in komplexen Situationen leichter zumachen, lebendige Lösungen und konstruktive Antworten zu finden. Graves gibt seinem Modell den leider etwas sperrigen Namen: The Emergent Cyclical Double Helix Model of Adult Personality and Cultural Institutions*.

Dr. Don Edward Beck und Christopher C. Cowan, Schüler Graves’, entwickelten seine Ideen in den 90er Jahren weiter und – typisch amerikanisch – machten daraus ein Geschäftsmodell. Beck und Cowan nennen es kurz: Spiral Dynamics*. Ihnen ist es zudem gelungen, das Modell anwenderfreundlicher zu formulieren. So vereinfacht beispielsweise die farbliche Codierung der Wertesysteme die Anwendung und ergänzt seither die Buchstabencodierung Graves’. Zudem kombinierten sie Graves’ Modell mit dem Konzept der so genannten WMeme, das auf Richard Dawkins zurückgeht (dazu später mehr).

Dr. Don Edward Beck arbeitete viele Jahre eng an der Seite von Clare Graves bis zu dessen Tod im Jahre 1986. Er ist auch Mitbegründer des Integralen Instituts von Ken Wilber, der in seinen Studien ähnliche Muster der menschlichen Evolution wie Clare Graves entdeckte und in seinen Werken beschreibt. Gemeinsam verbinden sie die 8 Wertesysteme Graves’ (Vertikalität) mit dem Wilberischen Modell der Vier Quadranten (Horizontalität) und veröffentlichen es als Spiral Dynamics integral.

Diesen Ansatz wiederum griff Frederic Laloux in Reinventing Organizations* auf.

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Dies eine allererste Einführung in aller Kürze. Bis ich dazu komme, hier die grundlegenden Überlegungen Graves’ näher zu erläutern empfehle ich folgende weiterführende Links (neben den bereits oben verlinkten Büchern):

Spiral Dynamics – die Entwicklung von Wertesystemen
Essay von Ingo Heyn

Spiral Dynamics
(Wikipedia)

Spiral Dynamics integral
(via Center for Human Emergence)

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