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EnjoyWork goes ArtSocial22

KreativInseln der Bewegung und Kooperative
für Lebens- & Arbeitswelten mit Zukunft

veröffentlicht: 20.02.2022 · Franziska Köppe | madiko
aktualisiert: 24.03.2022 · Franziska Köppe | madiko

Krea-thon = Transformation

Von der zerstörerischen Gewalt in die positive, kreative Gestaltungskraft – das ist die Grundmotivation des Kreathons. Denn Kreativität ist der Rohstoff der Zukunftsgestaltung. Ausgangspunkt für den von der ArtSocial22 angestrebten Wandel sind diese 10 größten Sünden und Frevel der Gesellschaft:

Angst / Furcht

Angst ist ein mit Beklemmung, Bedrückung, Erregung einhergehender Gefühlszustand [angesichts einer Gefahr]. Ein undeutliches Gefühl des Bedrohtseins. Angst kann uns vor Unheil bewahren. Die Fähigkeit, Angst zu empfinden, kann uns das Leben retten. Sie kann uns gleichwohl in die Starre der Handlungsunfähigkeit versetzen. In der Fachsprache der Psychologie und Philosophie wird im Allgemeinen zwischen Angst als unbegründet, nicht objektbezogen und Furcht als objektbezogen differenziert. Aufgrund unserer Natur neigen wir zu Verhaltensweisen und Gefühlen. Wenn wir uns dieser Determinanten bewusst werden, kann unsere Vernunft Strategien entwickeln, mit denen wir uns bis zu einem bestimmte Grade über sie erheben können.

Quellen und weiterlesen:

Egoismus

Egoismus, abgeleitet vom griechischen Wort für ich, ist eine grundsätzlich menschliche Eigenschaft und an sich nicht rein negativ. In gewisser Weise gehen Egoismus und Selbstliebe Hand in Hand und werden auch in der Philosophie als Grundstein unseres Handelns gesehen, selbst im Altruismus. Positiver Egoismus sorgt also dafür, dass es uns selbst gut genug geht und wir genügend Reserven haben, um anderen zu helfen. Schwenkt der Egoismus ins Negative um und sehen wir uns selbst immer mehr im Zentrum der Welt, so isoliert uns das und wir werden Einzelkämpfer. Wir gegen den Rest. Der soziale Wettbewerbsgedanke, der uns teilweise von klein auf mitgegeben wird, sorgt am Ende für eine Gesellschaft voller Egoisten, in der immer weniger Platz für Mitgefühl, Verständnis und Hilfe anderen gegenüber ist.

Ekel / Abscheu

Ekel ist eine Emotion. Abneigung und Widerwillen führen zu Abwendung, moralischen Urteilen, Ablehnung und Ausgrenzung. „Unmoralisches“, unsittliches Verhalten, Korruption, Lug/Betrug widern uns genauso an wie Gerüche, abscheuliche Objekte/Bilder, verfaulte Lebensmittel, schlechte Hygiene, krankheitsübertragende Insekten/Tiere. Sogar bestimmte Sexualpraktiken, Krankheiten und körperliche Fehlbildungen können Unbehagen in uns auslösen, selbst wenn wir wissen, dass wir eigentlich keinen Grund hätten, uns zu ekeln.

Ekel kann den Appetit verderben, einen üblen Geschmack im Mund bescheren bis hin zum Rückzug oder Abkehr. Er bietet damit eine Schutzfunktion. Diskriminierung und Stigmatisierung sind die Kehrseite, die eine Gesellschaft offen/divers oder eben exklusiv/ausgrenzend handeln lässt.

Gier

“Geiz ist geil” hat jahrelang Werbebotschaften geprägt. Und es ist nicht vorbei. Immer mehr haben zu wollen, obwohl man doch schon alles hat, scheint unserer DNA innezuwohnen. Gilt Geiz nur für Materielles? Wie steht es um das rare Gut Zeit? Und was lernen wir aus Erfahrungen mit Geiz? Was stellen wir dem entgegen? Großzügigkeit, Geben, Einladen, Teilen… Schließlich erfahren wir immer wieder, wie gut sich Teilen anfühlt. Wieviel leichter lebt es sich mit leichtem Gepäck. Und wie schön, wenn man was zu verschenken hat.

Gleichgültigkeit

In einer Welt des Informationsüberflusses wird jede*r täglich mit einer unglaublichen Menge an Informationen über Situationen und Probleme überall auf der Welt umspült. Diese Menge ist für uns schwer zu verarbeiten und führt deshalb häufig im Ergebnis zu Gleichgültigkeit. Gleichgültigkeit bedeutet, dass wir Ereignisse hinnehmen, ohne diese zu bewerten oder uns weiter damit auseinanderzusetzen. Was in gewissem Maße als Selbstschutzfunktion einem guten Zweck dient, verdammt uns im Übermaß aber vor allem zur Passivität. Wenn uns Dinge „egal“ sind, handeln wir nicht und ohne Handeln entsteht kein Wandel. Unsere Gesellschaft steht heute mehr denn je im kollektiven Bewusstsein der Probleme, denen wir gegenüberstehen. Es liegt an uns, die Gleichgültigkeit abzuschütteln und aktiv zu werden.

Hass

Hass ist nichts Neues, doch er erscheint einem die letzten Jahre nahezu omnipräsent. Vielleicht ist unsere Gesellschaft schon zu sehr gespalten, dass bereits Unverständnis zur intensiver Feindseligkeit führt. Debatten werden immer hitziger geführt. Und man gerät schnell zwischen die Fronten von sich vegan & von Fleisch Ernährenden, von Geimpften & Ungeimpften, von Links & Rechts. Dialoge, ein Aufeinanderzugehen erscheint einem immer schwieriger in einer Zeit, in der der Hass regiert. Wir bedauern dies zutiefst, treten ein für eine Welt des offenen und respektvollen Dialogs, der versucht, den Bedürfnissen Aller gerecht zu werden. Das ist eine Welt, in der wir leben möchten. Und mittels Eurer Kreativität kommen wir einer solchen mit Glück ein Stückchen näher.

Heuchelei

Heuchelei ist das Vorspielen falscher Gefühle oder Gesinnung. Wir geben vor, mit Chef:in einer Meinung zu sein, um zu gefallen oder keinen Nachteil wegen eines Widerspruchs zu erleiden. Das führt unter Umständen dazu, dass Fehler der Mächtigeren gedeckt werden, da sich niemand traut, diese anzuprangern. Auch ist es bequemer, sich einer vorgegebenen Meinung anzuschließen, als eine eigene verteidigen zu müssen. Heuchelei zu bekämpfen heißt deswegen, Meinungsfreiheit und Diskurs zuzulassen und auszuhalten.

Hochmut

Die Überlegenheit anderen gegenüber speisen wir aus der Einbildung, etwas besser zu beherrschen oder zu wissen. Dabei lassen wir außer Betracht, dass unser Wissen und Erfahrungen auf anderen Gebieten unterlegen ist. In Verlängerung von Arroganz (nur ein anderes Wort dafür) folgen Prahlen und unmäßiges Wichtigtun. Augenhöhe, Verständnis und Empathie sind mit Hochmut nicht vereinbar. Nicht umsonst sagt das Sprichwort: „Hochmut kommt vor dem Fall.“ Das Gegenteil von Hochmut ist Demut. Und wird uns Menschen in der Klimakrise nicht auf erschreckende Weise Demut gelehrt gegenüber der Natur und unserem Planeten Erde?

Macht

Macht ist eine Gabe, eine Kraft. Sie kann Positives bewirken, beispielsweise in Form von Gestaltungsmacht und Schöpfungsmacht. Häufig steht sie jedoch dafür, auf das Denken und Handeln einzelner Menschen, Gruppen oder Bevölkerungsteile so einzuwirken, dass diese sich ihren Ansichten oder Wünschen unterordnen und entsprechend verhalten. Einflussnahme, Unterwerfung, (vorauseilender) Gehorsam, Zwang, Ohnmacht, Ungleichheit, Abhängigkeit – es sind Phänomene, die uns gerade im (Arbeits)Leben oft begegnen. Wie nutzt man seine Macht und seinen Einfluss positiv, für die Gestaltung einer besseren Welt?

Neid

„Ich möchte das auch haben“ – Kommt Dir bekannt vor? Die moderne Gesellschaft ist durch die Digitalisierung ständig damit konfrontiert, was andere alles haben und zeigt uns dadurch einen scheinbaren Mangel in unserem Leben auf. Durch die schiere Menge an Vergleichsmöglichkeiten kann Neid von einer emotionalen Randerscheinung zum täglichen Begleiter werden. Was macht das mit uns als Gesellschaft, wenn wir nur noch damit beschäftigt sind darüber nachzudenken, was in unserem Leben alles fehlt? Nehmen wir Neid lieber als Ansporn, höhere Ziele zu erreichen und lernen wir, an welchen Stellen Neid einem wirklichen Mangel in unserem Leben entspringt, und wo uns der Mangel nur von unserer digitalen Welt vorgespielt wird.

„Kreativ-Inseln“ sind die schöpferischen Werkstätten für diese Transformationsprozesse. An diesen regionalen wie auch digitalen “Orten” erschaffen die Beteiligten in partizipativen Zusammenkünften aus den „Sünden“ etwas Positives. Das Ergebnis kann ein Theaterstück, ein Gedicht, ein Bild, eine Performance, eine Choreographie sein: Den Ideen sind keine Grenzen gesetzt.

Mit dem ArtSocial22 eröffnen wir Menschen aus allen Gesellschaftsschichten die Möglichkeit, sich unter Anleitung von Kunstschaffenden mit dem Ausgangs-Begriff des gewählten Makels zu beschäftigen und sich eigenverantwortlich anzuverwandeln – ihn zu transformieren zu etwas Neuem, Positivem, Individuellem.

Das komplette Programm des Aktionsmonats findest Du via ArtSocial22 > KreativInseln. Wir stellen im Folgenden die KreativInseln der Bewegung und Kooperative EnjoyWork näher vor und freuen uns auf zahlreiche Teilgebende. Lasst uns gemeinsam etwas bewegen! Wir freuen uns auf Euch!

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Fordere Dich täglich heraus
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