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Gemeinsam stark für die Region

im Gespräch mit Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin IHK Ostwürttemberg

25.04.2018 · Franziska Köppe | madiko

Seit November 2016 vertritt sie die Interessen von rund 32.000 Mitgliedsunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen in Ostwürttemberg. Als Hauptgeschäftsführerin der IHK setzt sich Michaela Eberle für ein Netzwerk mit hoher Umsetzungskompetenz ein. Sie steht damit an der Spitze einer Organisation, die nicht nur in den Unternehmen selbst sondern vor allem auch für das Gemeinwohl am Standort wirkt. Sie ist zudem eine der Initiatoren des INDUSTRIEcamps. Ich sprach mit ihr über ihr Bild von der Region und ihr Engagement, ein gutes Leben und Arbeiten vor Ort zu stärken und im Sinne von Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln.

Lesezeit ~ 10 min. (inkl. Videos ~ 18 min)

Foto: Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin IHK Ostwürttemberg
IHK Ostwürttemberg / Peter Kruppa

Franziska Köppe

Guten Tag Frau Eberle, herzlich willkommen.

Für diejenigen, die Sie nicht kennen, eine kurze Vorstellung: Sie sind die Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostwürttemberg. Am 1. November 2016 traten sie die Nachfolge von Klaus Moser an, der nach über 18 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand ging.

Sie sind seit 2009 in der IHK. Zunächst waren Sie in der Weiterbildung tätig, schlossen dann als Bachelor of Arts Ihr Duales Studium mit Auszeichnung ab. Über die Aufgaben einer Referentin wurden Sie Geschäftsfeldleiterin für den Bereich „Standortpolitik“.

Gemeinsam mit 120 Mitkandidaten bewarben Sie sich 2016 um das Amt der Hauptgeschäftsführung und wurden von der IHK Vollversammlung gewählt. Im 150sten Jahr ihres Bestehens standen Sie 2017 damit auch als erste Frau an der Spitze der IHK Ostwürttemberg.

Dies die nackten Fakten. Wer sind Sie? Was machen Sie?

Michaela Eberle

Guten Tag Frau Köppe. Ja, das passt so. Und ja: Ich bin verantwortlich für die IHK Ostwürttemberg. Wir vertreten die Interessen unserer rund 32.000 Mitgliedsunternehmen in der Region aus Industrie, Handel und Dienstleistung. Alles im Sinne der gesetzlichen Wirtschaftsförderung, Politik-Beratung und Interessensvertretung, aber auch im hoheitlichen Bereich. Das ist das, was ich gerne tue. Das bin ich, weil ich das mit Leib und Seele mache. Ich halte es für enorm wichtig und empfinde es als Geschenk, dass es die Selbstverwaltung der Wirtschaft gibt.

Wir können für den Standort arbeiten. Wir können mit den Unternehmen gemeinsam für einen starken Standort wirken. Das führt dann auch immer auf die Gesellschaft zurück. Unternehmer sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Sie engagieren sich aber auch ehrenamtlich. Damit können wir gemeinsam viel für die Region erreichen.

Es gibt so tolle Beispiele dafür. Das reicht von der Kinder- und Jugendförderung – sei es im MINT-Bereich oder der Berufsorientierung allgemein – bis in den Sport und in die Kultur. Zusammen engagieren wir uns für einen attraktiven Lebens- und Arbeitsstandort.

Dieses Haus und diese Interessensvertretung an der Spitze anzuführen, ist das, was ich gern mache. Und das passt zu mir, weil von allem etwas dabei ist: Politik, Volks- und Betriebswirtschaft, Unternehmertum, es aber auch verbunden ist mit ganz viel Gestaltungsmöglichkeiten, eigene Projekte und Ideen mit einzubringen. Deshalb bin das ich. *lacht.

Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin zusammen mit den Vertretern des Industrieausschuss der IHK Ostwürttemberg. Bild: copy IHK Ostwürttemberg

Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin zusammen mit den Vertretern des Industrieausschuss der IHK Ostwürttemberg
[ 2017-05 IHK Ostwürttemberg ]

Franziska Köppe

Lassen Sie uns das genauer anschauen. Was ist für Sie ein gutes Leben? Was ist ein gutes Arbeiten?

Michaela Eberle

Ein gutes und motiviertes Arbeiten gelingt in einer offenen Umgebung, in einer offenen Gesellschaft. Dafür braucht es einen Ort, an dem Unternehmertum frei sein darf. So entsteht aus meiner Erfahrung Verbundenheit mit den Menschen und damit Verbundenheit mit dem Standort selbst.

Aus diesem Interesse folgt so auch meine ganz ureigene Neugier, die Region zu beobachten. Ich nehme wahr, wo den Menschen der Schuh drückt. Gestalten bedeutet dann, zu erarbeiten, was die lokale Wirtschaft zur Lösung der Herausforderung braucht. Und wie wir als IHK hierbei unterstützen können.

Die Unternehmer bestätigen uns so oft, Netzwerken ist das Wichtigste: Unser Austausch untereinander und der Transfer mit anderen. Also hinterfragen wir, was wollen wir gestalten, damit noch bessere Netzwerke entstehen, als sie bislang schon entstanden sind.

Franziska Köppe

Einer der neuen Ansätze für das Netzwerken und den Know-how-Transfer ist ja die Organisation des INDUSTRIEcamps. Sie sind eine der Initiatoren für die Unkonferenz und alles, was darum herum inzwischen entsteht und wächst. Also auch dafür, dass ich jetzt hier gemeinsam mit Ihnen sitze und wir uns über Heute und Zukunft der Industrie in Ostwürttemberg austauschen. Was war für Sie die Motivation, diese neue Form des Netzwerkens und Sichtbarmachens zu unterstützen?

Michaela Eberle

Als Jörn Peter Makko, Geschäftsführer Südwestmetall / Bezirksgruppe Ostwürttemberg, Anfang 2017 mit der Frage auf mich zukam, was ich davon halte, im Rahmen der Industriewoche Baden-Württemberg ein BarCamp für die Industrie zu organisieren, fand ich das ‘ne tolle Idee.

Michaela Eberle

Dass wir für die Industriewoche gemeinsam etwas auf die Beine stellen, da waren wir uns ohnehin alle einig, ohne überhaupt groß darüber zu reden. Nicht nur, weil die Industrie einen hohen Anteil am Wohlstand der Region hat. Eine Vielzahl der Menschen geht in Industriebetrieben ihrer Arbeit nach. Sie gehen in die Innenstädte, kaufen beim lokalen Handel.

Die Industrie-Unternehmen beauftragen zudem zahlreiche unternehmensnahe Dienstleister und so weiter. Also profitieren hier alle Branchen durchweg, von der Gastronomie bis hin zum Tourismus. Deshalb war sofort klar: An der Industriewoche Baden-Württemberg beteiligen wir uns. Es war auch klar: Das machen wir gemeinsam. Das muss unbedingt sein.

Jörn Peter Makko kam jedoch zudem mit der Idee, ein ganz neues Format mit reinzubringen. Da unsere Industrie seit Jahrzehnten sehr innovativ ist und wir ja schon immer bei Patent-Intensität und ähnlichen Dingen an der Spitze liegen, stellte sich für mich gar nicht die Frage, auch im Veranstaltungsformat mal was Neues auszuprobieren – ja selbstverständlich!

Franziska Köppe

Was ist aus Ihrer Sicht das Besondere am INDUSTRIEcamp? Also abgesehen davon, dass es in sich etwas Innovatives und Neues für die Industrie der Region ist?

Michaela Eberle

Ich denke, das Besondere ist, dass ein komplett neues Format gewählt wurde. Im Rahmen des INDUSTRIEcamps besteht die Chance, sich aus den sonst so klaren und oft fixen Denkweisen mit ihren definierten Prozessen und Abläufen bei der Behandlung von Fragestellungen zu lösen, Themen neu und anders anzugehen. Neu anfangen, neu denken und mal was ganz anderes ausprobieren.

Franziska Köppe

Das bringt mich zurück zu einer Grundsatzfrage: Wo sehen Sie die Rolle der Industrie heute und in Zukunft? Was wünschen Sie sich für die Industrie, aber auch mit der Industrie gestalten zu können?

Die Rolle der Industrie
heute und in Zukunft

Michaela Eberle

Für die Industrie wünsche ich mir, dass sie weiterhin innovativ und zukunftsfähig ist. Ich wünsche mir vor allen Dingen seitens der Politik ein wirtschaftsfreundliches Agieren, dass auch weiterhin die Wirtschaft in der Fläche gestärkt und stark gehalten wird. Das ist das Erste, weil die Rahmenbedingungen einfach stimmen müssen.

In meiner Rolle als Hauptgeschäftsführerin versuche ich stets, die Unternehmen noch besser unterstützen zu können. Wir suchen nach Wegen, dass es keine Zentralisierung gibt, dass es keine Abwanderung gibt – gerade im ländlichen Raum, weil die Infrastruktur nicht in der Form vorhanden ist wie in Ballungsräumen oder weil Fachkräfte es nicht interessant genug finden, hierher zu kommen.

Das ist natürlich unsere Sorge, insbesondere in Bezug auf unsere kleinen und mittleren Unternehmen, die vielleicht nicht gesucht werden im Bewerbungsverfahren. Ein Bewerber aus Hamburg gibt bei Google oder bei Stepstone eher die großen Namen ein, das ist klar. Viele der Industriebetriebe kennt man eben nicht, weil sie dann doch ein wenig “hidden” und nur in ihrer jeweiligen Branche selbst namhaft sind. Deshalb wünsche ich mir primär diese Rahmenbedingungen. Wir versuchen, das natürlich immer zu unterstützen.

Franziska Köppe

Wie unterstützen Sie das konkret?
 

Michaela Eberle

Ein Ort, an dem die Menschen gern wohnen und leben, macht es auch der Wirtschaft leichter. Nehmen wir das Thema Fachkräfte. Uns beschäftigt zum Beispiel die Frage: Wie sind wir so attraktiv, dass unsere Unternehmen noch genügend Fachleute und Experten rekrutieren können?

Industrieller Fachkräftemangel
in der IT und gewerblich-technischen Bereichen

Michaela Eberle

In den letzten Jahren wurde “Fachkräftemangel” vom sogenannten “Warnwort” oder “Modewort” zum Fakt. Da ist natürlich zum einen der demographische Wandel. Zum anderen die erhöhte Zahl an Arbeitnehmern. Hier in Ostwürttemberg hatten wir noch nie so viele sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Was ja zum einen wunderbar und toll ist. Für die Unternehmen, die händeringend nach Mitarbeitern suchen, um der digitalen Transformation zu begegnen, ist das verständlicherweise eher schwierig.

Industrie, aber auch Handel und Dienstleister, stehen zunehmend vor der Herausforderung – ich will jetzt nicht Problem sagen – aber vor der Herausforderung, ihre qualifizierten Fachkräfte aus der Region zu rekrutieren. Weil Fachleute schlicht nicht da sind. Insbesondere im IT-Bereich ist der Fachkräftemangel ganz konkret. Aber auch in gewerblich-technischen Bereichen.

Wir haben nicht mehr so viele Menschen, die noch zur Verfügung stünden. Die Schülerzahlen gehen insgesamt und seit Jahren deutlich zurück. Bis sich das vielleicht irgendwann wieder umkehrt, wird es noch dauern. Und auch nur dann, wenn wir weiterhin über Zuwanderung reden dürfen können.

Wir haben nun mal überwiegend Industrie hier am Ort. Wo sollen die Menschen denn herkommen, wenn es sie schlicht nicht mehr gibt?

Wenn wir sie in Ostwürttemberg nicht mehr haben, müssen wir uns Gedanken darüber machen, wie wir nach draußen hin sichtbarer werden. Dass sich die Leute entscheiden und gern hierher ziehen. Wo ist das überhaupt: Ostwürttemberg? Noch nie gehört! So ungefähr. *lacht.

Lage Ostwürttembergs in Deutschland - Karte. Bild: copy Regionalverband Ostwürttemberg

Lage Ostwürttembergs in Deutschland - Karte
[ 2018-04 Regionalverband Ostwürttemberg ]

Franziska Köppe

Ich gehöre zu den Zugezogenen. Eines der ersten Dinge, die mir hier auffielen, war, wie stark das Wort “Hidden Champion” spürbar ist. Es gehört zu den schwäbischen Tugenden, sein Licht bewusst unter den Scheffel zu stellen. Württemberger – und ich glaube die Ostwürttemberger ganz besonders – sind sehr zurückhaltend, wenn es darum geht, über die positiven Dinge und ihre Erfolge zu reden. Sie tun sich auch schwer, sich gegenseitig zu loben.

Wenn ich nicht selbst über mich reden möchte, kann ja ein Weg sein, dass es andere tun.

Michaela Eberle

Wir unterstützen seit 2012 gemeinsam mit der WiRO die sogenannte Fachkräfte-Allianz. Akteure aus den Landkreisen, der Wirtschaft und Hochschulen – insgesamt 23 Partner – beteiligen sich an dieser Allianz. Wir bündeln zirka 70 Einzelprojekte für unterschiedlichste Zielgruppen und setzen in enger Abstimmung auf 5 Handlungsfelder:

Michaela Eberle

Zum anderen haben wir gemeinsam mit der regionalen Wirtschaftsfördergesellschaft WiRO die Standort-Kampagne Erstaunliches Ostwürttemberg ins Leben gerufen. Wir stellen die Region in fünf Themenblöcken vor: Arbeit & Jobs, Wohnen & Leben, Ausbildung & Studium, Kinder & Familie sowie Kultur & Freizeit. Über Slogans oder Sprüche, die uns nahekommen, treten wir nach außen auf. Spontan fällt mir ein: „Wo Landluft weht, arbeiten Unternehmen mit Rückenwind.“ Wir sind die Region, die sehr innovativ ist, sehr viele Patente, Entwicklung, Forschung am Standort hat. Wir sind aber auch die Schaffer und Macher. Und so weiter.

Diese – naja, ich sage mal – verkleinerte Standortkampagne erfährt im Moment einen Relaunch. Denn es geht ja auch um Mittel, die man für die Umsetzung braucht. Wir wollen ja nicht nur die Website optimieren, sondern tatsächlich hin zu wirksamem Standort-Marketing kommen. Sind wir ehrlich: weil es mittlerweile immer dringlicher wird. Man hat das zwar früh erkannt und dann auch etwas getan. Doch da müssen wir jetzt noch einmal ganz deutlich ran und sagen: Wie können wir nach Außen hin besser zeigen, wo wir sind und wer wir sind?

Franziska Köppe

Es ist schön zu sehen, dass Sie dies ganzheitlich, allumfassend betrachten und alle Aspekte von Leben und Arbeiten einbeziehen. Denn diese Dinge sind eng miteinander verknüpft.

Gemeinwohl und Nachhaltigkeit der Industrie

Michaela Eberle

Das ist es, was ich vorhin meinte mit der Kombination Wirtschaft und Gesellschaft. Einem Standort geht es gut, wenn es den Unternehmen gut geht. Wenn gute Unternehmen am Standort sind, weil die Menschen sich – und ganz besonders würde ich jetzt sagen in Teilmetropolen wie unserer – wohlfühlen und ein Bewusstsein für die selbstgewählte Heimat haben. Dann engagiert sich ein Unternehmer vielleicht im Sport, Kultur oder anderen Dingen. Wenn er hier lebt und mit seiner Familie hier wohnt, dann möchte er ja auch, dass seine Kinder auf eine gute Schule gehen können, dass sie vielleicht eine gute Hochschule in der Region finden, dass sie sich selbst musisch verwirklichen können und und und. Das bedingt das ja alles.

Da hat natürlich unsere Industrie – wie auch der Handel und die Dienstleister – ein großes Potenzial, diese gesellschaftlichen Möglichkeiten zu (ver)stärken.

Franziska Köppe

Womit wir beim ehrbaren Kaufmann sind. Was sagen Sie, was ist ein guter Unternehmer? Wann ist ein Unternehmer ehrbar? Was verbinden Sie damit an Grundwerten?

Michaela Eberle

Nachhaltigkeit. Die wissenschaftliche Definition muss ich nicht erklären. Nachhaltigkeit beinhaltet für mich: Als Unternehmer ist es mir wichtig, den Betrieb langfristig zu sichern, in die Zukunft zu führen. In die Zukunft führen kann ich die Firma nur dann, wenn ich veränderungsbereit bin, wenn ich rechtzeitig erkenne, sind meine Geschäftsmodelle noch die Richtigen, sind die Produkte noch gut genug entwickelt.

Es geht weiterhin darum, rechtzeitig zu erkennen, wie gestalte ich den Generationenwechsel. Dann ist mir wichtig, dass die Nachfolge gut funktioniert, dass das Unternehmen am Standort bleibt, verankert und erfolgreich ist. Das bedingt dann auch, dass es mir wichtig ist, dass die Arbeitsplätze für die Mitarbeiter auf lange Sicht gesichert sind.

So ist es als ein stetiges und langsames Etablieren und Verändern zu verstehen. Nicht nur wachsen. Das ist vielleicht das falsche Wort. Wobei jeder will ja irgendwo wachsen, das ist ja auch standort-erhaltend. Deshalb das Wort Nachhaltigkeit.

Franziska Köppe

Ich verbinde mit Nachhaltigkeit gesundes Wachstum. Nicht Wachstum um seiner selbst Willen oder aus Profit-Streben, sondern ein qualitatives Wachstum aus den Erfolgen und Resilienz heraus.

Michaela Eberle

Ja, genau. Dann ist alles andere auch wieder gesichert.
 

Franziska Köppe

*zustimmendes Mhmm.

Verknüpfen wir das noch einmal: Nachhaltigkeit und dann BarCamp-Prinzip mit Mitbestimmung und Selbststeuerung. Ich verbinde beides mit der Grundannahme, dass wir zukünftig weniger Wettbewerbs- und Konkurrenzdenken brauchen, sondern das Gemeinsame, Kollaborative und Kooperative. Und ich glaube hier ist eine riesen Chance in der Region gerade dafür. Stimmt das? Würden Sie es auch so sehen oder anders einschätzen?

Michaela Eberle

Das sehe ich auch so. Ich würde das Gemeinsame, Kollaborative verbinden mit dem, was es schon gibt: Nämlich ein wunderbares Netzwerk. Der Wunsch, das zu erhalten und weiter zu gestalten, ist aus Sicht der Wirtschaft gegeben. Und dann das offene Miteinander-Gestalten und miteinander Erfolge zu sichern. Jeder ist ja dann auch stolz darauf.

Zum Beispiel erhielten wir letzten Montag die Förderzusage des Landes Baden-Württemberg für unser regionales Digitalisierungszentrum. Mit dem Digitalisierungszentrum werden beste Voraussetzungen geschaffen, um auf regionaler Ebene die Vernetzung und gewinnbringende Zusammenarbeit verschiedener Branchen, der Forschung und Entwicklung sowie Unternehmen unterschiedlicher Größen zu unterstützen. Davon profitieren etablierte Unternehmen wie Start-ups gleichermaßen. Das Konzept ist so ausgelegt, dass auch junge Unternehmen gefördert werden und die Gründerkultur in diesem Bereich insgesamt von uns gestärkt werden kann.

Neben der IHK und den Landkreisen enthält die Projektskizze knapp 100 Zusagen von regionalen Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. Sie alle fördern das Projekt und wollen es teilweise auch finanziell unterstützen. Eine 50-prozentige Co-Finanzierung war grundlegende Voraussetzung für die Förderzusage des Landes. Diese Zusagen erhielten wir in kürzester Zeit. Das zeigt eigentlich alles. Die Unternehmen wollen das Gemeinsam-Gestalten.

Mit dem Digitalisierungszentrum, aber auch den zahlreichen anderen Aktionen, nutzen wir regional die Chance, Ostwürttemberg als attraktive Wirtschaftsregion zu bewahren, zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Da darf man nicht in einzelnen kleinen Standorten denken, sondern muss schon gemeinsam vorangehen. Weil ich glaube, jeder profitiert vom “Gemeinsam sind wir stärker”. Das ist zwar etwas flach ausgedrückt, doch es ist schon so. Es gibt keinen besseren Ausdruck dafür.

Franziska Köppe

Bei mir laufen Sie da eine offene Tür ein.
 

Michaela Eberle

*lacht
 

Franziska Köppe

Das ist ja auch einer meiner Ansätze, weswegen ich mich so riesig gefreut habe, dass ich für das INDUSTRIEcamp angefragt wurde. Den Menschen und ihrem Engagement Sichtbarkeit geben, sie miteinander zu vernetzen und sie in der Umsetzung mit Mitteln von Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft zu begleiten – das ist eine Herzensangelegenheit von mir. Und wenn ich Menschen genau in diesen Veränderungsprozessen begleiten kann, bin ich in meinem Element.

Leider ist unsere Zeit schon vorbei. Vielen, vielen Dank für Ihre Offenheit und den Einblick in Ihr persönliches Denken und Wirken für die Region.

Michaela Eberle

Ich danke Ihnen.
 

Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin IHK Ostwürttemberg. Bild: copy IHK Ostwürttemberg / Peter Kruppa

Michaela Eberle / Hauptgeschäftsführerin IHK Ostwürttemberg
[ 2016-11 IHK Ostwürttemberg / Peter Kruppa ]

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