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Arbeitsorganisation - Konzepte neu interpretiert

Blogperlen EnjoyWork, opus 1

06.07.2018 · Franziska Köppe | madiko

Es ist mir in den letzten Jahren zur Gewohnheit geworden, regelmäßig die Blogosphäre nach Beiträgen zum Thema Lebens- und Arbeitswelten zu durchforsten. So entdeckte ich schon manchen Schatz. Häufige, wenngleich nicht alleinige Basis ist Twitter.

Ich mag das Geben und Nehmen, das dort in unseren Kreisen vorherrscht und beteilige mich daran gern. Nun hat Twitter – wie jedes andere Social Media-Tool auch – die Angewohnheit, dass mit der Zeit die Links in der Historie verschwinden.

Ich wage daher für uns ein neues Format. Die Idee ist, auch hier im EnjoyWork-Blog verschiedene Links zu teilen. Ich betrachte es als freies, agendaloses Experiment. Schon allein, um flexibel und nach Interesse damit spielen zu können. Feedback, Wünsche, Anregungen und Ideen greife ich gern auf. Immer her damit!

Die Blogperlen erschienen erstmals am 10.03.2017
Lesezeit ~ 3 Min. (zzgl. 2 Videos à je 27 min)

Foto: madiko. Blogperlen
madiko

Wenn jeder sein Stellenprofil und seine Rolle nur gut genug ausfüllt, ist die Firma erfolgreich. Die implizite Annahme hinter dieser Aussage: Mach Deinen Job gut und alle sind zufrieden. Marcus Raitner beschäftigt sich in seinem letzten Blogbeitrag mit Organisierter Verantwortungslosigkeit. Unter anderem wird in seinem Blog deutlich, wieso sich Mitarbeiter in konventionellen Organisationsstrukturen so schwer mit dem unternehmerischen Danken tun.

Wer nun Marcus’ Blog liest, fragt sich fast zwangsläufig: Ja und nun? Wie geht das denn, dieses Neue? Das Andere? Dieses NewWork? Gebhard Borck treibt diese Frage seit vielen Jahren um. Und oft liefern ihm seine Kunden selbst die Antworten. Auf seine ganz eigene, provokante Art teilte er im Rahmen des “Lean Around the Clock” seine Erkenntnisse und Thesen: Was machen, wenn die Führer weg sind?

Bleiben wir noch ein wenig beim Thema schlankes Management und den Prinzipien von Lean. Bei dieser ungewöhnlichen Konferenz in Mannheim war nämlich auch Conny Dethloff dabei. Er berichtete über seine Erfahrungen zu Business Intelligence (BI) bei Otto. Seine These: Agile is out, Viable is in!!!

Mit viable bezieht sich Conny auf das Viable System Model von Stafford Beer (VSM). Das wiederum ist ein kybernetisches Denkmodell, das Zusammenarbeit in Firmen für komplexe Zusammenhänge verbessern soll. Mit dem Ziel, lebensfähige (= viable) Systeme zu organisieren, erfasst das VSM die Management-Funktionen einer jeden Organisationsebene, stellt den Informationsfluss zwischen den Organisationsebenen dar und soll dabei helfen, die richtigen Fragen zu stellen. Wer die verschwurbelten Gedankengänge von Stafford Beer aus den 60er Jahren verständlich erklärt haben möchte, dem sei die Arbeit von Mark Lambertz empfohlen. Ihm gelingt das ganz gut.

Auch in unseren Reihen gehört der Bestseller von Frederic Laloux Reinventing Organisations zur Leseliste. Schließlich verspricht der “Leitfaden zur Gestaltung sinnstiftender Formen der Zusammenarbeit” eine Antwort auf die Sehnsucht vieler Menschen nach einer glücklicheren Arbeitswelt. Bereits Anfang Februar veröffentlichte Mark gemeinsam mit Andreas Zeuch zwei kritische Artikel zu Holakratie. In ihren Blogbeiträgen spüren Andreas und Mark ihrer Intuition nach. Mark beschreibt es so:

Gleichzeitig bereitet es [das Buch, fk] mir aber auch etwas Unbehagen, da es teilweise quasi-religiöse Züge trägt und mir als Atheist sprachlich den Zugang zu gewissen Ableitungen erschwert.

Mark Lambertz

Intelligente Organisationen

zitiert aus Reinventing Organizations. Ein Transformations-Placebo?, Teil 1 veröffentlicht via Unternehmensdemokraten

Im ersten Blogbeitrag geht es um das Fundament von Lalouxs Werk: Die Integrale Theorie von Ken Wilber und Spiral Dynamics von Don Beck.

Andreas ergänzt im zweiten Teil

Unbestritten ist für uns der positive Effekt, den Lalouxs Buch auf die Transformations-Bewegung hatte und hat. Wenn durch sein Buch Geschäftsführer, Vorstände, Inhaber oder auch Mitarbeiter inspiriert werden, sich auf die Reise zu einer ‘evolutionären’ Organisation zu begeben, spielt es keine allzugroße Rolle, ob es konzeptuelle Schwächen oder sogar Widersprüche gibt.

Problematisch wird es, wenn sich LeserInnen anfangen auf die Inhalte zu verlassen. Wer noch keine oder wenig Erfahrung mit alternativen Formen der Unternehmensgestaltung und -führung hat, läuft Gefahr, unbeabsichtigte Fallstricke zu übersehen. Es entsteht ein trügerisches Zielbild, was evolutionäre von traditionellen Organisationen unterscheidet und wie sie methodisch entwickelt werden können.

Dr. Andreas Zeuch

Unternehmensdemokraten

Mir gefällt, dass beide die Verbesserungen an Laloux’ Konzept anstreben und somit den Diskurs eröffnen.

À propos Diskurs. Als ich kürzlich zur Eröffnung des Social Impact Hubs Stuttgart Ulrike Stegmaier traf, erzählte sie mir, dass die Podiumsdiskussion zu “Ethik in der Wirtschaft” konkrete Formen annimmt. Sie hatte sich im Rahmen vom EnjoyWorkCamp 2016 sowohl inhaltlich als auch methodisch vorbereitet. Der Termin steht: 4. Mai, 19 Uhr in der VHS Gerlingen (bei Stuttgart). Eintritt ist frei und Du kannst Dich zur Impuls Lounge anmelden. Das lohnt sich schon allein deswegen, da Ulrike keine konventionelle Podiumsdiskussion organisiert, sondern über eine Fishbowl allen Teilnehmern vor Ort die Chance einräumt, sich aktiv an der Gesprächsrunde zu beteiligen.

Beteiligt haben sich auch viele von uns an der Diskussion zu Autorität und Führung. Wer es noch nicht sah, Gustav Hollnagel veröffentlichte inzwischen seine Forschungsergebnisse zur Mitarbeiterbefragung Authentische Führung. Darauf kommen wir (Gustav und ich) hier noch einmal ausführlicher zurück.

Aktuell laufen weitere Forschungsprojekte. Unter anderem arbeitet Tim Weinert im Rahmen seiner Masterarbeit an der Universität Leuphana an qualitativen Befragungen zum Themenkomplex demokratischer Personalprozesse. Die Ergebnisse können wir voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte erwarten.

Wir unterstützen jedoch nicht nur Forschungsarbeiten in Sachen Unternehmenskultur und Arbeitsorganisation usw. Weiterhin liegen mir die Ergebnisse einer Masterarbeit zum Thema Mobilität und Fahrradkultur vor, an der ich aktiv beteiligt war.

Zum Thema aktive Mobilität führte ich Anfang des Jahres ein Interview mit Roland Dürre. Das könnte Euch an dieser Stelle auch interessieren. Überhaupt scheint unsere Initiative FAHRRADkultur, die ebenfalls unter dem Dach von “Lebens- und Arbeitswelten mit Zukunft” läuft, durch die 200-Jahr-Feierlichkeiten des Einspurigen frischen Rückenwind zu erfahren. Schauen wir, was sich in unseren Realexperimenten bewegen lässt.

Soweit für heute. Bleibt neugierig,

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